Anforderungen an den Border Collie Halter
Es versteht sich von selbst, dass ein Hund, der zum erbringen von Höchstleistungen wie das selbstständige
aufspüren und heranbringen einzelner, verstreuter Schafe, geboren ist, sich als reiner Hof- oder Sofahund unterfordert fühlt. Da die Border Collies so intelligent sind, wollen sie und sollten sie auch wissen "was ihr Beruf ist", um glücklich zu sein.
Wenn man ihnen keinen Job gibt, werden sie sich einen suchen, meistens wird das dann irgendeine mehr oder weniger eigenartige Marotte sein, die aber zu nahezu 100% dem Besitzer wenig Freude bereiten wird. Da die Border Collies ein sehr hohes Aktivitätsniveau haben, kann man sie auch im ungünstigsten Fall derartig über- oder unterstimulieren, dass sie jämmerliche Stereotypien entwickeln (wie die bekannten Stereotypien unterforderter Zooraubtiere)
Recht häufig zum Beispiel ist manisches Ballbringen, das nicht mehr ein freudiges Spiel ist sondern ein richtiger Zwang. Der Hund wirft einem dann ununterbrochen den Ball vor die Füße, wobei er eher gestresst als glücklich wirkt. Solche Neurosen können genauso wie bei Unterbeschäftigung auch bei zu einseitiger „hirnloser“ Beschäftigung entstehen. Zum Beispiel wenn man, um den Hund irgendwie zu bewegen, täglich den Ball immer eine halbe Stunde in dieselbe Richtung wirft.
Man ist also als Border Collie Halter angehalten, Spiele und Aufgaben
für seinen Hund zu finden, die ihn nicht nur körperlich sondern auch mental auf Trab halten. Deshalb ist z.B. Obedience eine schöne, beruhigende Trainingsarbeit, bei der es um Exaktheit geht, und bei der der Hund zwar motiviert aber nicht überstimuliert wird.
In den modernen Hundebüchern und –Zeitschriften werden auch zahlreiche Spiele für Hunde beschrieben, die seine grauen Zellen beschäftigen. Viel wichtiger jedoch, als eine gewisse Anzahl an gerannten Kilometern am Tag, ist für einen Border Collie, dass er „Material zum Träumen“ hat, unterschiedliche Erlebnisse und Begegnungen, forderndes Training und intelligente Spiele.
Border Collies brauchen sicher nicht den ganzen Tag Hundesport, um glücklich zu sein. Eine ruhige, sichere Atmosphäre zu Hause, etwa zweimal in der Woche regelmäßiges Training und ansonsten
ausführliches Teilhaben am Leben ihrer Menschen, die Möglichkeit sich jeden Tag frei von der Leine auszutoben und Spiele, die das Hirn beschäftigen, sollten ausreichen, um einen Border glücklich und ausgeglichen zu halten.
Das ist eigentlich ganz einfach, verlangt aber trotzdem, dass man zumindest einen beträchtlichen Teil seines Lebens nach dem Hund richtet. Wer jedoch nun immer noch denkt, dass ein Border Collie "einfach nur so mitlaufen kann“, dem möchte ich erhebliche Probleme vorhersagen!
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